Samstag, 25. Juli 2015

Jäger des verlorenen Satzes

In den letzten Tagen hatte ich nach dem aufstehen immer den Gedanken "Googel mal, ob man alte Skypelogs wiederfinden kann." - Logs sind Dateien, in denen alles Gespeichert wird, was gesagt, getan oder gemacht wurde. Ich wusste aus der Vergangenheit, dass Skype eben sehr vieles offline, also auf dem eigenen Rechner abspeichert. Das Problem an der Sache ist natürlich, dass ich Skype während der letzten 8 Jahre, auf circa 4 bis 5 verschiedenen Computern benutzt hatte und 2 davon waren nicht mal meine. Aber ich erinnerte mich auch, dass Skype auf jeden neuen Rechner, mit dem man sich dort einloggte, den Gesprächsverlauf von den letzten 6 Monaten automatisch wiederherstellte, allerdings auch nur, wenn auf dem Rechner des Gesprächspartners ebendiese Logs noch vorhanden sind. Ich erhoffte mir einige Erinnerungslücken damit schliessen zu können.

Die ersten Google-Ergebnisse waren ernüchternd, da sie sich fast alle um Programme drehten, die man installieren muss, um Zugriff auf diese Logs zu bekommen. Fast alle waren für Windows. Dumm nur, dass ich seit mehr als 4 Jahren einen Apple habe und auf ihn circa 2 1/2 Jahre lang auch Skype verwendete (Anmerkung am Rande: Ich benutze jetzt gar kein Skype mehr). Es gab auch eine Version für OSX, aber sie setzte voraus, dass man sich noch in Skype einloggen kann, was bei mir nicht mehr der Fall ist, da sie mir zwanghaft die neue Version andrehen wollen und mich nicht eher reinlassen, bis ich sie installiere. Auf einer Seite fand ich aber den Hinweis, dass in der neuen Version keine offline-logs mehr Gespeichert werden, da jetzt alles in einer Cloud landet und dadurch auch die bisher gespeicherten Logs vom Rechner gelöscht werden. Mist!

Also musste ich die Suchbegriffe mehrmals anpassen und fand tatsächlich Anleitungen für Skype auf OSX, aber auch nur für die ganz alte Skype-Version. Ich fand einen Hinweis, dass sich in der Datei main.db auch die Logs befinden, nur dass man sie eben so nicht lesen kann. Nun war ich vor sehr vielen Jahren mal ziemlich aktiv, was Computer, Server und Programme angeht und deshalb wusste ich, dass sehr viele Dateien, die normalerweise nicht von einem anderen Programm zu öffnen sind (ausser dem dafür vorgesehenem), sich ganz einfach mit einem Texteditor öffnen lassen. Sehr häufig bekommt man dann nur Codeblöcke und Zeichengulasch zu sehen, aber wer sich mit der Materie mal näher befasst, wird nach einiger Zeit auch dort noch sinnvolles herauslesen können.

Ich knüpfte mir also diese main.db Datei vor, die im Skype-Hauptverzeichnis liegt und bekam den zuvor erwähnten Codegulasch zu sehen. Nach einiger Zeit tauchten Namen aus meiner Kontaktliste auf, auch die, die ich blockiert hatte waren zu sehen. Ausserdem konnte man sehen, wie oft jemand meinen Namen angeklickt hat, ohne zu schreiben (auch sehr interessant) - Leider hab ich aus dem ganzen Gewirr bisher kein Datum herauslesen können. Ich scrollte und scrollte und tadaa: Ich fand Gesprächsverläufe. So wie ich es bisher gedeutet habe, stehen die neusten ganz unten und die ältesten oben, wobei am Ende noch mal reichlich Zeichengulasch zu finden ist. Die Sonderzeichen sind ebenfalls alle zerstört. Ich fand auch Gesprächsverläufe von uns, aber natürlich keine Telefonate :D wenn ich es bisher richtig deute, fängt es circa Mitte 2012 an (Benutzernamen sind maskiert):


Leider sind auch hier keine Gespräche aus der Anfangszeit vorhanden! Wenn ich mir jetzt allerdings im Hinterkopf behalte, wie viele Dinge wieder aufgetaucht sind, die eigentlich längst verloren gegangen waren, dann glaube ich, dass da vielleicht irgendwann noch mehr dazu kommen wird :)

Sonntag, 19. Juli 2015

Ihre Rückkehr in meine Träume


In der Nacht vom 17. zum 18. Juli hatte ich, nach sehr langer Pause, wieder einen Traum mit Liliana. Es war aber total wirr und auch unwirklich, im Gegensatz zu allen vorherigen Träumen. Weil ich zusätzlich in der Früh von einem Rasenmäher geweckt wurde und erst nicht verstand, woher dieses Geräusch kam, vergaß ich auch wieder sehr viel von diesem Traum. Vielleicht sollte ich wieder anfangen meine Träume zu notieren. Ein bisschen weiss ich noch, aber wie bereits angedeutet, war es irgendwie total schräg:

Wir waren in einem Dorf, vielleicht eine Kleinstadt. Ich glaube auch dass in der Nähe ein sehr großer See war und auch Berge. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das nicht doch eine Erinnerungsverfälschung ist, da ich kurz nach dem aufstehen ähnliche Bilder in einem anderen Blog sah. Also halten wir die Kleinstadt mal als 'Fakt' fest. Die Menschen dort waren irgendwie 'komisch' und zwar in der Form, dass sie wohl irgendwie Mutanten oder so eine Art Monster waren, nur dass man es kaum bemerkte. Sie sahen relativ normal aus, wenn man nicht genau hinsah. Irgendwie war ich wohl an diesem Ort, um sie von dort rauszuholen und vor diesen Mutanten zu retten. Aber sie hat mir kein Wort geglaubt und hielt das alles nur für einen blöden Witz. Selbst als uns einige von denen verfolgten und jagten, konnte sie es immer noch nicht glauben! Wir waren später an so einem etwas größeren, weissen Haus, wo wir relativ sicher waren. Es war ein bisschen wie eine Sporthalle, oder ein Reha-Sport-Bad… so etwas in der Art. Ich erinnere mich auch, dass wir am Schluss noch auf dem Dach waren und das ist auch schon fast alles an Erinnerungen, da ich durch das ruckartige und verwirrende 'geweckt werden' das meiste vergaß. Ich nenne es immer den 'Sanduhr-Effekt' - Du wirst wach und je mehr dein Hirn hochfährt, desto mehr Erinnerungen verschwinden vom Traum, so wie Sandkörnern die in einer Sanduhr verrinnen. Es bleibt oben oft nicht mehr viel übrig. Vielleicht 1 oder 2 Körner… wenn überhaupt!

In der letzten Nacht hatte ich wieder einen Traum mit ihr und wieder wurde ich aus dem Schlaf gerissen. Dieses mal war es eine Taube, die es sich auf meinem Fensterbrett gemütlich gemacht hatte. Dass Gurren drang immer mehr in meinem Traum ein und als sie sich entschied mal freundlich mit ihrem Schnabel am Fenster anzuklopfen (wahrscheinlich in der Hoffnung, dass ich sie auf einen Drink reinlasse), wurde ich ziemlich schnell wach. Bevor ich mein Notizbuch in der Hand hatte, war fast alles Weg, mit Ausnahme dieser Stichpunkte: Gespräch mit Liliana, kein Streit, vermutlich in Warschau, draussen. Das war's auch schon!

Ich weiss nicht so genau, warum sie jetzt auf einmal wieder in meinen Träumen auftaucht, vor allem wieder so regelmäßig! Nachdem jetzt Monate wirklich Ruhe war, was das angeht, ist sie wieder so present, als sei sie nie weg gewesen! Dabei habe ich gestern bei meinem 21 KM Fußmarsch sehr viel über alles nachgedacht, vor allem, weil ich zuvor meine letzten beiden Mails vor dem Bruch las. Irgendwie kam in mir der seltsame Gedanke "Warum wolltest Du mit ihr eigentlich in Kontakt bleiben" wieder auf. Im Nachheinein finde ich ihre Reaktion sogar noch beschmierter als damals. Ich brauch mal etwas Abstand davon, denn je mehr ich mich wieder damit befasse, desto mehr zieht es mich wieder runter! Eventuell schreibe ich erst mal nicht mehr jeden Tag einen neuen Beitrag, sondern versuche eher das Buch fertig zu stellen. Momentan fühlt sich alles ziemlich seltsam an…

Samstag, 18. Juli 2015

Ich schenke Dir ein Lächeln!


"Niemand lächelt mich an!" war ein Satz aus deinem Mund, der mir wieder einfiel, als ich vor dieser Tasse stand. Sie war gelb, mit einer Nase und einem aufgemaltem Gesicht. Sie lächelte. Und reduziert war sie auch. Ich rechnete kurzerhand nach und stellte fest, es passt genau mit dem Geld, welches ich bei mir hatte! So konnte ich diese Tasse kaufen und auch per Post zu Dir schicken. Es ist ein bisschen witzig, dass das Porto 6 mal so teuer war, wie die Tasse selbst.

Ich hatte keine Zeitung mehr um die Tasse darin für den Transport einzuwickeln, aber in dem Dokumentenschredderer gab es jede Menge Papier, welches als Polster dienen könnte. Zuerst füllte ich ein bisschen die Kiste damit auf. Dann kam die Tasse dazu und natürlich etwas Tee, denn schliesslich schmeckt heisses Wasser nicht so toll wie Erdbeer-Tee! Ich füllte den Rest mit geschredderten Dokumenten auf. Obendrauf sollte der Brief.

Nachdem ich kurzerhand überlegte, was ich schreiben soll, bemerkte ich dass es langweilig wäre dir zu erklären, wie ich an diese Tasse kam und warum geschreddertes Papier in diesem Karton ist. Ich entschied mich für folgenden Inhalt:

"Hallöchen Lilianka!

Du sagtest beim letzten mal, ich soll Dir doch mal etwas aus dem heiligen Europa schicken und ich ging raus, um zu überlegen, was typisch für meine Stadt ist. Nachdem ich mir dachte, dass das Leben hier einfach nur furchtbar scheisse ist, entdeckte ich nahezu zeitgleich einen frisch geschissenen Hundehaufen. Sofort stürzte ich mich mit etwas Zellophan auf ihn, um ihn einzuwickeln! Auf diese Weise wurde auch der Geruch konserviert, sodass Du noch riechen kannst, wie ein frisch geschissener Hundehaufen aus Europa riecht! Ich hoffe es harmoniert ein bisschen mit dem Geruch von deinen Fürzen :) Weil ich aber dachte, dass dieses wertvolle Geschenk noch nicht genug ist, hab ich noch einen mehrseitigen und furchtbar poetischen Liebesbrief für dich verfasst! Nachdem ich aber damit fertig war, realisierte ich, dass es totaler Mist ist, weil ich dich ohnehin nicht liebe! Du weisst das, ich weiss das, also wozu dieser Brief!? Ich hab ihn dann durch einen Aktenvernichter gejagt und wild in die Kiste gestreut, damit Du weisst, was ich wirklich für dich empfinde! Wenn dich deine Neugierde übermannen sollte, kannst Du gerne versuchen ihn wieder zusammen zu setzen. Aber das was Du dort lesen wirst, ist eh nur eine Riesenlüge! Also spar Dir deine Zeit für wichtigere Dinge!

Zutiefst hasserfüllt: Marek"

Einige Tage später bekam ich eine Antwort per Mail:

"Ich liebe dich :D XD btw. alles was ich von diesem Brief entziffern konnte war: Unsere aktuellen Fernkursangebote. Bilden Sie sich weiter Herr Donkert*!"

Sie hatte wirklich versucht ihn wieder zusammen zu setzen!?!?
Ich starb bald an einem Lachkrampf!!

- Marek

* alle Namen sind geändert

Freitag, 17. Juli 2015

Der Esel und der Wolf


Ich hatte zuvor schon ansatzweise die Geschichte von dem Esel und dem Wolf erwähnt, aber noch nicht genau beschrieben, was es damit auf sich hat. Nun zunächst einmal muss ich erwähnen, dass unsere Namen mit Tieren assoziert werden können, weshalb es nicht ganz einfach war, dafür einen passenden Ersatz zu finden - Immerhin möchte ich keine Realnamen verwenden! Mittlerweile fand ich aber eine Lösung dafür und deshalb bekomme ich in dieser Geschichte den Nachnamen Donkert und sie wird Wilk heissen. Wenn man Donkert, mitten in einem Satz schnell ausspricht, könnte man irrtümlicherweise "Donkey" verstehen, was das englische Wort für "Esel" ist. Wilk dagegen, ist die polnische Bezeichnung für "Wolf" und genau wie es im deutschen Wolf als Nachname gibt, existiert auch das polnische Gegenstück Wilk als Nachname. Puh… ein Problem gelöst! Ok, zurück zur Geschichte!

Irgendwann kam mir der Gedanke, einmal nach "donkey and wolf" zu googlen und schaute mir die ersten Treffer an. Dabei stiess ich auf mehrere Seiten, die über eine einzigartige Geschichte berichteten, die sich in Albanien abgespielt hat. Die Geschichte von dem Esel und dem Wolf:

In 2007 wurde in Patok (Albanien) ein Wolf in Gefangenschaft gehalten. Weil man aber nichts mehr hatte, was man an ihm verfüttern konnte, entschieden sich die Leute einen alten Esel an ihn zu verfüttern. Dieser Esel wurde von seinem ursprünglichen Halter viele Jahre einfach bis zum Limit ausgenutzt und so wurde er mittlerweile wertlos für ihn, da er bereits zu schwach war. Man wollte ihn Lebendig an den Wolf verfüttern und so sperrte man ihn einfach, zusammen mit dem Wolf, in einen Käfig. Aber niemand rechnete mit dem, was dann passierte.

Anstatt sich auf den Wolf zu stürzen, ihn zu töten und anschliessend zu verspeisen, sah der Wolf dem Esel tief in die Augen. Er muss wohl erkannt haben, dass er vor sich jemanden hatte, der die gleichen Bösartigkeiten und Qualen erlitten haben muss wie er selbst und so weigerte er sich den Esel zu fressen! Im Gegenteil wurden sie mit der Zeit sogar Freunde! Auf manchen Fotos kann man sehen, wie sie sich scheinbar aneinander kuscheln, auf anderen scheint der Esel sich schützend vor dem Wolf zu stellen, als Fremde vor dem Käfig standen und diese Fotos machten. Sie fraßen zusammen, sie schliefen zusammen und irgendwie wurde diese Geschichte publik.

Mehrere Seiten berichteten von dieser Geschichte und starteten eine Petition, um für die Freilassung der beiden Tiere zu kämpfen. Allein in Albanien wurden mehr als 12'000 Unterschriften gesammelt. Das albanische Fernsehen bekam Wind von dieser Geschichte und berichtete ausführlich darüber. Weil der Druck durch die Öffentlichkeit immer mehr zunahm und auch Stimmen aus anderen Ländern laut wurden, sah sich die Regierung gezwungen zu handeln. Schliesslich liess man beide Tiere endlich frei!

Mehrere Seiten berichteten daraufhin, dass laut Aussagen einiger Personen, der Esel nun auf einer grünen Weide lebt und dass der Wolf hin und wieder dort vorbei kommt, um den Esel zu besuchen.

Es gibt einige Parallelen zwischen unserer Geschichte und der Geschichte mit dem Esel und dem Wolf. Auch wir beide, waren eigentlich sehr verschiedene 'Tiere' wenn man so will. Auch wir waren in einer Art Gefangenschaft, wenn auch auf etwas anderer Art und Weise. Wir mussten auch beide die gleichen Bösartigkeiten und Qualen ertragen und wurden gute Freunde, die aufeinander auspassten. Und wenn man es genau nimmt, war ich bei unserem ersten zusammentreffen bereits ein alter, abgenutzter Esel, der in den Augen anderer wertlos geworden war.

Es ist ein bisschen schade, dass sie mich nicht auf der grünen Weide besuchen kommt. Oder vielleicht noch nicht… vielleicht wird es in naher (oder ferner) Zukunft doch noch geschehen!

Wer des englischen mächtig ist und die Originalgeschichte lesen möchte, oder eventuell die Fotos dazu sehen will, der sollte bei Google mal nach "donkey and wolf" googlen. Es sollten im Normalfall sofort einige Seiten auftauchen, die darüber berichteten.

Donnerstag, 16. Juli 2015

Brief an Liliana


Hej Lilianka,
ich weiss nicht, ob Du diesen Brief jemals lesen wirst, da ich nicht genau weiss, ob deine Wohnadresse noch aktuell ist. Jedoch hoffe ich, dass er doch irgendwie den Weg zu Dir finden wird. Es ist schade wie sich die Dinge zwischen uns entwickelt haben, aber daran wird sich wohl nichts mehr ändern, oder? Ich möchte nur dass Du weisst, dass ich nicht mehr verärgert zurückblicke, weil mir bewusst wurde, wie viel ich durch dich eigentlich gewonnen habe. Du weisst genau so gut wie ich, dass es manchmal schwierig war und wir hin und wieder unsere Differenzen hatten, aber das ist nicht mehr wichtig für mich! Je mehr ich über alles nachdenke, desto mehr stelle ich fest, dass Du eben doch genau zur richtigen Zeit in mein Leben geschneit bist. Auch wenn ich mich manchmal schon darüber ärgere, das wir uns nicht zu einer 'besseren Zeit' kennenlernen konnten. Als ich von nahezu allen Freunden und auch von allen Frauen die Schnauze gestrichen voll hatte und dachte, dass es keinen Menschen mehr auf der Welt gibt, der das gleiche in seinem Herzen fühlt wie ich, kamst Du in mein Leben!

Ich hab Dir damals nie alles über mich erzählt, aber sehr vieles was Du erlebtest, hab ich entweder zu nahezu der gleichen Zeit auch erlebt, oder einige Jahre zuvor. Oft kam es mir so vor, als würde ein zweites Ich zu mir sprechen, wenn Du mir von diesen Ereignissen berichtet hast, auch was deine Gefühle und Reaktionen währenddessen anging. Überhaupt hatten wir anfangs sehr oft einen ähnlichen Blick auf die Welt und waren manchmal auch furchtbar sarkastisch. Teilweise hast Du die halbe Welt mit deinen Aktionen verrückt gemacht, aber oft taten wir es auch gemeinsam. Der arme König von Europa kann davon sicher ein Liedchen singen. Auch hast Du mich manchmal in den Wahnsinn getrieben, nur um im nächsten Moment wieder mein Herz zu berühren und zu erwärmen, wie es vor dir noch niemand anderes geschafft hatte.

Dein Geschenk werde ich auch niemals vergessen! Wenn Du wüsstest wie viel wir tatsächlich mit diesem Esel und dem Wolf gemeinsam haben, wärest Du davon wahrschenlich genau so ergriffen, wie ich. Und auch dein Brief war typisch für dich. In den letzten Zeilen stand beispielsweise, dass dein Herz immer noch aus kältestem Stein wäre. Du bist so eine elende Lügnerin, dass es schon fast eine bodenlose Frechheit ist! Wie kannst Du so einen Satz an einem Brief anhängen, der mein Herz nur so dahinschmelzen liess? Ich war damals derart gerührt, dass es schwierig ist, dieses Gefühl in Worte zu fassen! Ich bereuhe es mittlerweile, dass ich ihn verbrannte.

Und dann war da auch noch der Bär, der stolz ein 'Always Friends' als Aufschrift trug. Ich muss zugeben, dass ich zuerst ein bisschen enttäuscht war. Wir waren viel mehr als nur Freunde, oder? Vor einiger Zeit hast Du mal in einer Mail geschrieben, dass es keine Liebe sei und weil ich selbst begann zu zweifeln, las ich fortan einige Artikel und Bücher darüber. Ich war schon vorher der Meinung, dass es mehrere Formen von Liebe gibt, z.B. Liebe zur Familie, Liebe zu Freunden, Liebe zum Partner usw. aber als ich diese Listen sah, wurde mir erst bewusst, wie vielfältig dieses Thema eigentlich ist.

Irgendwann stiess ich auf 'Bedingungslose Liebe' und ich denke, das passt am besten (zumindest im Hinblick auf die Jahre vor dem Umbruch). Bedingungslos zu lieben bedeutet, dass Du jemanden liebst ohne irgendeine Gegenleistung zu erwarten oder ohne irgendetwas am Anderen ändern zu wollen. Ok, Du hast mich ertappt… ich wollte dass Du nicht mehr so extrem frech zu mir bist, wie Du am Anfang manchmal warst. Vermutlich hast Du Recht, das war nicht bedingungslos! Ich bin also doch nur ein egoistisches Schwein, das seine eigene Interessen durchdrücken wollte, nur damit Du so bist, dass ich dich lieben kann :D Du weisst sicher genau dass ich dich wirklich liebte, für alles was Du getan und auch mit mir angestellt hast. Ich wäre nicht der, der ich heute bin, wenn Du nicht gewesen wärest. Du hast mich dazu motiviert nicht aufzugeben, wenn auch auf deine eigene Art und Weise. Du hast mich ermutigt mehr an meinem Aussehen zu arbeiten, damit aus diesem Rohdiamanten (der ich nun mal war) ein schön geschliffener, polierter Diamand wird, der um vieles wertvoller ist als das vorherige Exemplar. Aber was ist Liebe eigentlich? Eine bekannte Enzyklopedie sagt dazu folgendes: "Liebe ist im Allgemeinen die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung und Wertschätzung, die ein Mensch einem anderen entgegenzubringen in der Lage ist." - Nun gut, wenn ich das jetzt aus diesem Blickwinkel betrachte, dann war das vorher geschriebene vermutlich doch nur kompletter Mist! Wertschätzung… pah… ich weiss schon warum Du (fast) immer "Ich hasse Dich" gesagt hast :D wenn Du dir nicht ein paar mal auf die Zunge gebissen hättest, hätte ich sogar fast daran geglaubt!

Durch unsere Streitereien hast Du mir aber auch aufgezeigt, wo meine Grenzen liegen und woran ich noch bei mir selbst arbeiten musste. Auch wenn letzteres natürlich nicht schön war, hatte es doch positive Auswirkungen auf mein Leben. Andererseits dachte ich über diesen Bären aber auch, dass es vielleicht viel besser wäre für immer mit Dir befreundet zu sein. Wie oft gehen Beziehungen in die Brüche!? Wenn man Glück hat, hält es ein paar Jahre. Wenn man extrem viel Glück hat bis in die 50er oder gar bis in's Rentenalter. Aber das ist in der heutigen Welt so selten geworden, wie ein großer Lottogewinn! Eine Freundschaft jedoch, kann tatsächlich bis an's Lebensende bestehen bleiben. Als ich das realisierte, wurde mir erst bewusst, wie wertvoll dieses Geschenk tatsächlich war! Es ist ein bisschen schade, dass es letztenendes doch ganz anders gekommen ist. Ich hätte gerne mit Dir die anderen alten Sacke im Altenheim in den Wahnsinn getrieben. Vermutlich wären wir beide dann in der Klapsmühle gelandet! Aber nach allem, was wir zusammen durchgestanden haben denke ich, dass wir das auch noch mit Links geschafft hätten!

Muss ich diesen Traum wirklich aufgeben? Vielleicht begegnen wir uns eines Tages doch wieder!? Als Freunde. Und vielleicht werden sich unsere Bären doch noch treffen. Denke nur an den Esel und dem Wolf: Letztlich hat man beide aus der Gefangenschaft entlassen. Der Esel lebt jetzt in einem grünen Eckchen und einer Legende zufolge, kommt der Wolf ihn ab und an mal besuchen. Wir sind nun beide aus der Gefangenschaft entlassen und das grüne Eckchen ist nicht sehr weit. Ob Du mich tatsächlich mal besuchen wirst?

Selbst wenn all das niemals eintreffen sollte, so möchte ich dass Du weisst, dass ich Dir für all das wirklich sehr dankbar bin! Für mich wäre es wahrscheinlich unmöglich gewesen, diese Zeit ohne dich durchzustehen. Ich wünsche Dir alles Gute für dein weiteres Leben! Auch wenn es für dich immer ein Schrecken war alt zu werden, so wünsche ich Dir doch genau das: dass Du alt wirst und glücklich für den Rest deiner Tage! Es war schön dass wir ein Stück des Weges gemeinsam beschreiten konnten. Auch wenn Du so weit weg warst, war es doch für mich doch so, als seist Du direkt neben mir gelaufen. Das klingt schon irgendwie ganz schön Schizophren, oder!? :D

In tiefer Verbundenheit:

Marek

- Anmerkung: Diesen Brief habe ich bisher noch nicht abgeschickt. Eventuell werde ich ihn bei meinem nächsten Aufenthalt in der großen Stadt abschicken. Es kann aber auch sein, dass ich ihn niemals abschicken werde. Das wäre dann allerdings schon der zweite Brief den ich niemals abgeschickt habe...

Mittwoch, 15. Juli 2015

Der wiederkehrende Traum


Ich bin mir nicht mehr sicher, wann genau ich diesen Traum das erste mal träumte, weil es zu einer Zeit war, wo ich schon versuchte alle Träume mit ihr zu ignorieren. Das lag zum einen daran, dass ich sie einfach nicht mehr in meinem Leben haben wollte und zum anderen, weil die meisten Träume nur mit Vorwürfen und Wutanfällen ihrerseits bestückt waren (ein paar davon hab ich immer noch im Kopf, obwohl sie Monate zurück liegen und ich sie nicht notierte). Aber dieser Traum war 'seltsam' denn das Ende schien offen zu sein. Auch war er sehr kurz und ich wachte jedes mal direkt danach auf. Das auffälligste war jedoch, dass er immer und immer wieder kam. Manchmal jede Nacht auf's neue! Ich glaube es fing im November oder Dezember 2014 an und es war fast jedes mal so:

Ich bin in einer Art Cafe oder Bar in Warschau. Es ist hellichter Tag. Etwa 5-6 Meter vor mir liegt der Eingang, rechts neben mir ist das Fenster. Das Fenster reicht vom Boden bis zu Decke und geht die komplette Wand entlang, fast bis zum Eingang. Wir sind an einem Tisch, aber man muss dort stehen, es sind keine Sitzplätze an den Tischen. Links von mir sind andere Tische, die in einer Sektion in der Mitte sind. In manchen Versionen dieses Traumes gab es daneben noch eine Sektion mit Tischen, in anderen war dort eine Wand. In der Version mit den weiteren Tischen, gab es in der Mitte Planzen, welche die einzelnen Tische etwas voneinander abgrenzen. Es ist alles sehr hell in dieser Bar. Neben mir ist niemand mit am Tisch, ich bin also ohne Begleitung gekommen. Jedoch traf ich mich seltsamerweise mit 2 Personen, die ich eigentlich gar nicht kenne bzw. zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich kannte.

Zum einen war es Izabella* die Journalistin ist und auch Fotografiert und zum anderen ihr Mann Wiktor* der professionaler Fotograf ist. Ich kenne beide durch Blogs, auf denen sie vor allem Fotos und Meldungen aus Warschau zeigten. Irgendwann fing einer der beiden mit einer Reihe von "Rate an welchem Ort ich mich gerade befinde"-Postings an (ich glaube Iza war die erste, woraufhin Wiktor irgendwann folgte und das selbe tat). Ich war oft derjenige, der als erster die exakte Position erraten hatte, meistens postete ich sogar ein Google-Satelite Foto, mit einem Pfeil der anzeigt, von wo genau dieses Foto geschossen wurde. Beide waren ziemlich baff, vor allem als ich sagte, dass ich die meisten Ecken wo sie die Fotos machten, niemals in Echt gesehen habe - Beide hielten es anfangs für einen Witz. "Aber woher kennst Du das dann?" tauchte daraufhin als Frage auf. Ich erklärte dass ich, lange bevor ich überhaupt (wieder) einen Fuß in diese Stadt setzte, alles an Informationen aufsaugte, was ich finden konnte. Ich wollte mich in dieser riesigen Stadt alleine zurecht-finden können, ohne dass ich irgendwann an einem Punkt bin wo ich nicht weiss, wie ich zurück komme. Da ich ein hervorragendes Bildergedächtnis habe, studierte ich die Stadt anhand von Google-Satelite, Google Streetview, Panoramio-Fotos (mit Positionsangabe) und schaute ebenfalls Cabview-Videos von Autobus- und Straßenbahn-fahrten, um mir die gesamte Gegend einzuprägen. Und so kam es, dass ich immer wieder sofort wusste, wo diese Fotos von Iza und Wiktor gemacht wurden. Ehrlich gesagt, war ich selbst überrascht darüber, wie gut ich darin bin.

Jedenfalls kamen wir nach einer Weile in's Gespräch. Mit Wiktor hab ich mehr Tech-Talk über Kameras gehabt und Iza hab ich öfter motiviert 'größer' zu werden und sich nicht über die Idioten aufzuregen, die sie nieder machen wollen. Aber als dieser Traum anfing, war das alles noch ein sehr loser Kontakt, deshalb verstand ich auch nicht, warum ich gerade mit den beiden in dieser Bar / Cafe bin. Anfangs hielt ich sie für 'Platzhalter' die manchmal in Träumen auftauchen, um Personen zu ersetzen die man noch nicht kennt. Wir unterhielten uns, teilweise auf Polnisch, zum Großteil jedoch auf Englisch. Die Themen wechselten aber nahezu mit jedem mal, wenn ich diesen Traum erneut träumte.

Schräg gegenüber von mir, an den Tischen im Mittelgang tauchte Liliana auf einmal auf. In einer Version des Traumes, war sie schon vorher dort und ich sah sie erst nicht. In einer anderen Version kam sie durch die Tür herein und ging mit ihrer Begleitung zum Tisch. Ich schaute häufiger mal rüber, was Iza und Wiktor leicht verwirrte, weil ich wohl teilweise mittendrin aufhörte zu sprechen. Ich überlegte was ich tun sollte. Da sie aber sehr deutlich sagte, dass sie mich nicht sehen will, versuchte ich mich weiter auf das Gespräch mit Iza und Wiktor zu konzentrieren. Irgendwann mittendrin kam sie auf einmal an unserem Tisch, schnurstracks auf mich zu und fragte mich "Entschuldige, aber kennen wir uns vielleicht? Ich habe irgendwie im Gefühl, dass wir uns kennen! Aber ich bin mir nicht sicher."

Wie anfangs erwähnt, war das ein Traum dessen Ende scheinbar offen war. Und so gab es immer so eine Art 'Schweigeminute' - wo ich Zeit hatte, mir eine Antwort zu überlegen. Es war nicht, wie 'normale Träume' wo die Antwort automatisch vom Unterbewusstsein geliefert wird, sondern ich konnte wirklich mit 'klarem Verstand' überlegen, was ich antworten möchte. Ich vermute, das ist einer der Gründe, warum der Traum fast immer kurz nach meiner Antwort abbrach und ich aufwachte - Wenn der Verstand wach ist, kann der Mensch nicht schlafen. In mehreren Versionen, vor allem in denen, wo ich sehr lange überlegte wie ich antworten soll, sagte Iza so etwas wie "Oh, er versteht unsere Sprache noch nicht so gut, vielleicht versuchst Du es mal auf Englisch." - Dabei verstand ich jedes einzelne Wort.

In manchen dieser Träume antwortete ich gar nicht und wachte auf. In anderen Fällen, sagte ich einfach nur "Nein, tut mir Leid!" - Aber in den meisten Fällen sagte ich "Nein, wir kennen uns nicht wirklich! Wir hatten mal Kontakt zueinander, aber wir hatten nie die Chance uns wirklich kennenzulernen!" - Bei dieser Version war es eigentlich immer so, dass sie nichts mehr sagte, nur sehr traurig guckte und wieder zu ihrem Tisch zurück ging. Als ich diesen Traum schon zig mal genau so träumte, war mir dann am Ende unwohl mit dieser Antwort und so wollte ich ihr hinterhergehen und mit ihr reden. Aber bevor ich sie überhaupt erreichen konnte, brach der Traum ab. Dieser Traum kehrte bis Anfang Februar 2015 immer und immer wieder. Es machte mich schon halb wahnsinnig, weil es sich ständig wiederholte. Dann kam ich wieder mit ihr per Mail in Kontakt und der Traum brach ab, für immer. Nebenbei erwähnt, benutzte ich das als Argument, warum ich sie wieder anschreibe. Nur dass ich ihr nicht erzählte, was sie sagte und wie ich antwortete. Ich schrieb ihr nur, dass sie in diesem Traum unglücklich aussah.

Was ich an diesem Traum nie verstanden hatte war, warum sie mich nicht erkannte. Sie weiss genau wie ich aussehe und sie wird es sicher nicht vergessen haben! Also warum war sie sich unsicher, ob wir uns kannten? Meine erste Theorie war, dass ich vielleicht anders ausgesehen habe, aber wie radikal anders müsste ich dafür aussehen!? Es ist ein bisschen schade, dass ich in keiner Version dieses Traumes in einem Spiegel gucken konnte.

Nun ist seit dem viel Zeit vergangen. Iza und Wiktor zeigten öfter auch Bilder aus anderen Städten und manchmal sogar aus anderen Ländern wie z.B. Italien. Seit einigen Tagen denke ich aber seltsamerweise wieder an diesem Traum. Und dann passierte etwas, was irgendwie als Scherz begann und mir dann schlagartig eine Frage beantwortete.

Wiktor zeigte mir ein neues Bild. Ich schaute es an und dachte nach. Wo kann das nur sein? Es war sehr Dunkel, man sah viele Blockhäuser, eine Kirche die ich irgendwie nicht zuordnen konnte und sonst nichts. Da seine letzten Bilder aus Danzig waren, dachte ich darüber nach, ob es vielleicht in Danzig war. Aber soweit wie ich die Stadt kenne, passte das irgendwie nicht. Vielleicht war er mit Iza in Katowice. Von den Häusern hätte Kato gepasst, aber da ich Kato fast wie meine Westentasche kenne, wurde mir schnell klar, dass das nicht Katowice ist. Nein… aber… das ist doch nicht Warschau, oder? Blitzartig schossen mir alle Bilder und Orte aus Warschau durch den Kopf, die ich kenne. Irgendwie passte nichts davon zu diesem Bild. Ein Gefühl sagte mir aber, dass es vielleicht doch Warschau sein könnte. Ich schrieb ihm eine Nachricht "ähm… sag mal… hast Du das Foto in Warschau gemacht? Nein, oder?" - "Doch natürlich ist es Warschau!" - "Wow, Du hast mich echt eiskalt erwischt! Das ist das erste mal, dass ich ein Foto aus Warschau sehe und nicht mal ansatzweise erkannt habe, dass es in Warschau ist. Das hat bisher noch keine Person geschafft :D Gratulation, Du hast ein Bier gewonnen!" - "Ich kann es kaum erwarten ein Bier mit Dir  zu trinken :)" - Wuh!? Es folgten ein paar PN's mit ihm und Iza.

Sollte es letzten Endes doch genau so passieren, wie in diesem Traum? Werde ich tatsächlich bald mit Iza und Wiktor, in einer Bar in Warschau, etwas trinken? Und wird sie, genau wie in meinem Traum, dort sein und mich fragen, ob wir uns vielleicht von irgendwoher kennen? Was das Treffen mit den Beiden angeht, lässt sich die Frage schon ziemlich eindeutig beantworten, zumindest wenn ich nach den Nachrichten von ihm gehe. Aber 2 Fragen bleiben noch übrig:

1. Wie werde ich dann aussehen? :D
2. Was soll ich ihr antworten?

Das Problem ist, dass ich immer noch denke, dass meine Antwort im Prinzip genau das wiederspiegelt, was ich denke: "Nein, wir kennen uns nicht wirklich! Wir hatten mal Kontakt zueinander, aber wir hatten nie die Chance uns kennenzulernen!" - Wenn aber all das tatsächlich genau so passiert, würde sie auch 'in Echt' traurig zu ihrem Platz zurückgehen.

Vor ein paar Wochen hab ich Wiktor und Iza mal erzählt, dass ich ohne sie diese Stadt niemals kennen und lieben gelernt hätte. Bevor ich mich entschloss in Warschau zu wohnen, fand ich diese Stadt bei meinem allerersten Besuch nämlich furzlangweilig. Heute weiss ich, dass es an den Leuten lag, mit denen ich dort war. Ich sah damals vielleicht 4 bis 5 % von der Stadt und dann auch noch die langweiligsten 4 bis 5 % ! Erst durch sie hab ich mich näher mit Warschau befasst und erst dadurch bemerkt, dass es für mich keine idealere Stadt gibt! Es gibt dort nahezu alles, was ich von einer 'perfekten Stadt' erwarte und das auch noch in einer aussergewöhnlichen, sehr inspirierenden Mixtur! Natürlich gibt es auch hässliche Ecken dort - Aber seien wir mal ehrlich, sogar die hübscheste Frau der Welt hat irgendwo einen Pickel oder eine winzige Narbe. Es gehört nun mal dazu! Ich versuche mir jetzt im Vorfeld schon mal eine Antwort zu überlegen - Für den Fall, dass alles tatsächlich so passiert. Ich hoffe, dass ich am Ende nicht so 'schockiert' bin, dass ich vergesse was ich sagen will :D

Die beste Reaktion wäre vermutlich, wenn ich sie anlächle, mich dann zu Wiktor und Iza drehe um zu sagen "Darf ich euch Liliana* vorstellen? Ohne sie hätte ich niemals wieder in erwägung gezogen, nach Warschau zu fahren! Und ohne sie würden wir hier heute nicht zusammen sein, weil sich unsere Wege niemals gekreuzt hätten!" und dann zu ihr auf Deutsch "Was ist!? Trinken wir jetzt endlich mal ein Bier zusammen?" :)

*Namen verändert

Dienstag, 14. Juli 2015

Was war passiert?


Ist das alles wirklich passiert? Und wenn ja, was war es? Freundschaft? Liebe? Oder waren wir gar Seelenpartner? Und warum kann ich alle Menschen die mich verlassen haben vergessen und ignorieren, aber dich nicht? Wieso sitzt Du immer noch in meinem Kopf und in meinem Herzen? Ist es wirklich nur weil es 7 Jahre waren? Dann hätte ich an 2 Freunden die ich 13 und 10 Jahre gekannt habe, ebenfalls so zu knacken gehabt. Bei denen war es aber nicht so. Nicht mal annähernd!

Als ich einmal unsere Partnerschaftszahl mithilfe der Numerologie errechnete, bekam ich folgendes Ergebnis:"Eine karmische Beziehung, meistens mit größeren Reibungsflächen. Als Mensch wird man vom Schicksal gezogen, gelenkt, um der anderen Person zu begegnen. Man kommt nicht daran vorbei und sie beinhaltet ein Lerngeschenk für das Leben." - Als ich diese Zeilen las, musste ich erst tierisch lachen und fing dann an zu weinen. Es passte wie die Faust auf's Auge, aber weil in diesem Moment schon alles zerbrach, hoffte ich auch, dass ich diesen Schmerz nicht für den Rest meines Lebens spüren muss.

Wir haben uns nie wirklich gesehen, aber trotzdem warst Du da. Uns trennten mehr als 1000 KM Distanz und trotzdem warst Du mir näher als jede andere Person zuvor. Ich spürte oft wenn es Dir schlecht ging, oder etwas passierte und so war es oft auch bei Dir. In schöner Regelmäßigkeit bist Du in meinen Träumen aufgetaucht, in denen ich Dinge erfuhr, die sich später als Wahr herausstellten. An manchen Tagen sagt mir mein Verstand, dass das alles eigentlich gar nicht sein kann! So etwas gibt es doch gar nicht, oder etwa doch!? Aber wenn ich Notizen aus meinen Träumen mit Beiträgen von Dir abgleiche, passt nahezu alles zusammen. Fast alles… denn es gibt eine Menge Träume, für die ich bisher noch keine Bestätigung gefunden habe. Entweder, weil Du diese Informationen noch nicht preisgegeben hast, oder weil ich nicht mehr nachsehen kann, womit es übereinstimmt.

Vor nicht ganz 2 Jahren löschte ich alle unsere Mails (sogar den ganzen Account) und löschte alle Skypelogs. Auf irgendeinem alten Handy habe ich noch ein paar SMS, aber wo dieses Handy liegt, weiss ich nicht. Ohnehin könnte ich es nicht mehr einschalten, weil bei all dem Trubel der letzten Jahre das Ladegerät verloren ging. Die ganzen Fotos die Du mir schicktest landeten ebenfalls in dem virtuellen Papierkorb… nur um ein halbes Jahr später auf einer alten Back-Up HD in einem versteckten Ordner wieder aufzutauchen… Zumindest teilweise! Letztes Sylvester verbrannte ich sogar deinen Brief. Ich behielt nur Screenshots von den wenigen letzten Mails, in denen Du mich beschimpft hattest. Sie sollten mir als Warnung dienen, dass ich nie vergessen darf, wie so etwas enden kann.

Heute könnte ich mich dafür selbst in den Arsch beissen! Ich hätte das alles nie löschen sollen, denn ich hatte mich dazu entschieden 'unsere Geschichte' aufzuschreiben. Mein Psychologe sagte mir, dass es eine gute Therapie wäre und so werde ich diesen Blog schreiben, in dem Fragmente in Form von Blogeinträgen auftauchen werden. Diese sind in loser Reihenfolge, so wie sie mir gerade einfallen, oder wie ich sie in Form von Notizen wiederfinde. Ausserdem werde ich ein Buch darüber schreiben. Es wäre bereits mein 3. Buch, vielleicht wird es das erste welches veröffentlicht wird. Aber es wird nicht leicht. Während ich hier in den Fragmenten alles nahezu unverfälscht wiedergeben kann, muss ich in unserer Geschichte für das Buch einiges ändern. Es wäre nahezu unmöglich ein Buch zu schreiben, dessen Geschichte 7 Jahre dauert bzw. sogar 8, wenn man meine Vorgeschichte dazu nimmt (und diese darf eigentlich nicht fehlen). Ich werde versuchen das alles auf 2 bis 2 1/2 Jahre runter zu kürzen, Ereignisse und Personen zusammen zu fassen und vor allem, dieses Chaos zu ordnen. Diese Jahre waren in der Tat derart chaotisch, dass es mir sogar mit meinem Elefantengedächtnis schwer fällt, genau zu sagen, was zu welcher Zeit passierte. Und wie sollte es jemand anderes verstehen, wenn sogar ich Probleme damit habe? :D

Und hier kommt wieder das Schicksal in's Spiel. Just in dem Moment wo ich mir dachte, dass ich unsere Geschichte aufschreiben soll, wurde mir wieder bewusst, was für eine dumme Idee es war unsere E-Mails zu löschen. Ok, das meisten passierte eh im Skype, aber wenigstens die E-Mails wären hilfreich gewesen… insbesondere weil mir aus der Anfangszeit einige Erinnerungen fehlen. Und als ich das so dachte, wühlte ich in meiner Laptop-Tasche, um mein Netzteil herauszuholen. Aber irgendwie war es verheddert und ich guckte tief in das Seitenfach hinein woran es lag. Meine Augen erblickten einen silbrig schimmernden Gegenstand: Einen USB-Stick, von dem ich bereits dachte, dass ich ihn irgendwo verloren hätte. Darauf fand ich ein partielles Back-Up meines Posteingangs von 2011 bis 2013. Partiell, weil damals das Backup zu lange gedauert hätte und ich es irgendwann abbrach. Es fehlen ein paar Tage, aber mein Mailprogramm verkündete stolz nach der Eingabe deines Namens, dass ich mehr als 900 Mails von uns wieder bekommen habe.

Zuerst war ich etwas enttäuscht, denn auch diese Mails waren nicht aus unseren Anfangstagen. Andererseits hätte ich aus dieser Zeit ohnehin eher die Skype-Logs gebrauchen können, da sich das meiste ebendort abspielte. Ich weiss aber auch, dass wir ganz zu anfang öfter telefonierten und so hätte ich ohnehin nicht viel davon. Leicht frustriert begann ich von unten (also die ältesten Mails) nach oben zu lesen und bekam Tränen in den Augen… weil ich so lachen musste. Wir waren schon ziemlich bekloppt gewesen! Nach einer Weile gab es aber schon einen ersten Umbruch. Die Mails wurden 'kühler' und 'distanzierter' vor allem von deiner Seite aus. Letztlich endete es immer mehr in "1-Wort-Antworten" deinerseits und der Satz "Bei mir gibt es nichts neues" lief fortan in Endlosschleife durch. Als ich sah, dass diese Mails bereits in der Mitte des Jahres 2013 geschrieben wurden, begann ich sofort zu stoppen. Ich schloss das Mailprogramm und hab es seit dem nicht wieder geöffnet. Ich wusste was als nächstes kommen würde und ich wollte es nicht wieder lesen! Und hier verfluchte ich mein Gedächtnis, denn sofort kamen diese Erinnerungen wieder in mir hoch. An diesem Tag wäre ich am liebsten gestorben und ich starb auch… innerlich!

In diesem Blog werde ich einige Ereignisse fragmentarisch wiedergeben. Manche Einträge werden kürzer ein, weil es z.B. nur um einen Traum, oder ein paar gesprochene Sätze geht. Andere werden länger sein, weil es vielleicht auch mehr zu sagen gibt. Zeitgleich werde ich an dem Buch schreiben, für das ich viel Recherchieren muss, weil es einige Lücken zu füllen gibt. Und ich muss, bedingt durch die drastische Verkürzung der Zeit, einige Ereignisse abändern und der jeweiligen Zeit anpassen. Auch muss ich die Namen von allen Personen sinnvoll ändern, was bei ihr nicht ganz leicht wird. Orte muss ich ebenfalls zum Großteil ändern. Ich will nicht, dass irgendjemand der sie zufällig kennt diese Beiträge entdecken könnte, weil diese Person dadurch vielleicht ein falsches Bild von ihr (und auch von mir) bekommen würde. Auch möchte ich vermeiden, dass sie selbst diese Beiträge entdeckt und vor allem das Buch. Speziell in dem Buch wird viel von ihrer Vergangenheit vorkommen und das wäre eher schlecht. Wenn ich ihr wirklich glauben soll, geht es ihr jetzt besser als jemals zuvor und das gönne ich ihr. Sie hat, genau wie ich, viele Jahre einfach nur leiden müssen und deshalb ist es schön, dass diese Zeitperiode jetzt hinter ihr liegt! Ich freue mich für sie! Wenn sie wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird, würde sie das glaube ich nur runter ziehen und das wäre nicht gut! Falls Du, der hier gerade liest, weisst um wen es hier geht… lies und schweig! Behalte es für dich! Aber Du kannst mir gerne mal eine Mail schreiben und mir sagen, wie es ihr gerade geht.

Ich hab schon die nächsten 2 Einträge fertig, aber ich möchte nur maximal einen Eintrag pro Tag veröffentlichen (EDIT: Ich hab aktuell sogar schon die nächsten 5 Einträge geschrieben). Welcher der nächste Eintrag wird, weiss ich noch nicht. Entweder mein 'Dankesbrief' an sie, oder der wiederkehrende Traum, der mehrere Monate keinen Sinn ergab, aber bei dem ich seit 5 Tagen 'weiss' dass er wahrscheinlich genau so eintreten wird. Einerseits denke ich, man sollte zuerste 'Danke!' sagen, aber weil dieser Traum jetzt scheinbar reale Gestalt annimmt und dadurch aktueller ist als jemals zuvor, denke ich, dass ich eher damit anfangen sollte.

Alles was ich hier schreibe (auch das Buch) wird unter einem Pseudonym erscheinen. Nein, ich heisse nicht wirklich so. Ich weiss aus der Vergangenheit, dass sie manchmal im Web guckt, was die Personen die sie verlassen haben, jetzt so treiben. Nun, ich bin einer davon. Sie bekommt von mir in dieser Geschichte den Vornamen Liliana, und wenn jetzt jemand an Blumen denkt, dann ist es genau das was ich damit bezwecken wollte! Falls Du mein Bümchen, dass hier trotz allem entdecken solltest, kannst Du gerne ein paar Schimpftiraden als Kommentar hinterlassen! Für jedes böse Schimpfwort bekommst Du dann eine Handvoll Nüsse von mir :) :D

Noch ein Hinweis zum Schluss: Die Blogeinträge und die Geschichte in dem Buch werden sich teils drastisch voneinander unterscheiden! Dieser Blog dient mir in erster Linie dazu, relativ 'locker' über all das zu schreiben. Der Schreibstil ist daher ein völlig anderer! Auch werde ich hier nicht immer so sehr auf die Grammatik achten, im Gegensatz zu dem Buch, wo am Ende noch mal ein Korrektor 'drüberlesen' wird. Wer aber am Ende erfahren will, wie all diese losen Blogeinträge zusammen passen und wer die komplette Geschichte kennen möchte, sollte später aber doch mal in's Buch schauen.

- Marek